Wissenswertes rund um die Kartoffel!
Herkunft und Geschichte der Kartoffel
Kartoffeln gehören heute neben Brot zu unseren Grundnahrungsmitteln. Dabei waren die nahrhaften und gesunden Knollen in Europa bis zur Entdeckung Amerikas im 16.Jahrhundert völlig unbekannt. Die Heimat der Kartoffel liegt in den Anden Südamerikas. Dort wurde sie vermutlich schon etwa 4000vor Christus auf den Hochebenen (auf 3000m Höhe) angebaut. Noch heute finden
wir zum Beispiel auf den Märkten von Lima und Cuzco ein großes Kartoffelangebot, nicht nur was die Menge, sondern auch was Sorten betrifft. Hier sind rote, blaue und gelbe Sorten genauso im Angebot wie die kleinen, schrumpeligen, durch Sonneneinstrahlung und nächtliche Fröste, gefriergetrockneten Knollen, die sich gut bevorraten lassen.
Lange sträubten sich die Mitteleuropäer Kartoffeln zu essen. Friedrich der Große entdeckte die Kartoffel als Grundnahrungsmittel für seine Soldaten, aber auch für die arme Bevölkerung. Erst nachdem er unter Androhung höchster Strafen den großflächigen Kartoffelanbau in Schlesien und Pommern durchsetzte, gewöhnte man sich auch in Deutschland an die "exotischen Früchte". Heute gehören Kartoffeln und Kartoffelprodukte ganz selbstverständlich auf unseren Speiseplan. Im Handel sind zahlreiche Sorten erhältlich. Ihnen gemeinsam ist die helle Schale und das weiße bis gelbliche Fruchtfleisch. Doch damit erschöpft sich die Sortenvielfalt der Kartoffel noch lange nicht.
Kartoffeln in der Ernährung
Kartoffeln sind prallgefüllt mit Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen. Zu einer ausgewogenen, vollwertigen Ernährung gehören sie ebenso wie Gemüse, Obst, Fleisch, Eier und Käse.
•Energiespendende Kohlenhydrate - Wichtigstes Kohlenhydrat der Kartoffel ist die Stärke, die erst durch kochen als leicht verdauliche Energiereserve verwertbar ist.
•Hochwertiges Eiweiß - liefert die Kartoffel zwar in bescheidener, dafür umso wertvollerer Menge. Sie hat von allen pflanzlichen Eiweißlieferanten den höchsten Anteil an verwertbaren Eiweiß. Der Fettanteil der Kartoffel liegt bei lediglich 0,1%. Cholesterinfrei ist sie außerdem und somit all denen besonders zu empfehlen, die ihre Fettbilanz aus gesundheitlichen Gründen im Auge behalten müssen.
• Viele Vitamine - Besonders reich ist die Kartoffel an den Vitaminen B1, B2 und C. So können schon 250g Kartoffeln den halben Tagesbedarf an Vitamin C decken. Der Gehalt nimmt jedoch im Laufe der Lagerung ab.
Unter den Mineralstoffen ist besonders das Kalium, Magnesium, Eisen und Phosphor hervorzuheben. Mit 200g Pellkartoffeln wird beispielsweise der tägliche Kaliumbedarf eines Erwachsenen gedeckt.
•Wenig Kalorien - Das Gerücht, Kartoffeln seien "Dickmacher", kann man getrost vergessen. 100g enthalten nur 68kcal. Dick machen nur die fetten Beilagen.
Kartoffeln in der Küche
Damit die wertvollen Inhaltsstoffe der Kartoffeln erhalten bleiben, kommt es auf eine optimale Lagerung und schonende Zubereitung an:
♦Kartoffeln möglichst mit der Schale garen,
♦Kartoffeln erst kurz vor dem Garen schälen,
♦Kartoffeln in wenig Wasser garen oder im Siebeinsatz dämpfen,
♦Kartoffeln beim Braten oder Frittieren immer in heißes Fett geben,
♦Kartoffeln erst unmittelbar vor dem Verzehr zubereiten,
♦längeres Warnhalten vermeiden.
Für jedes Rezept der richtige Kochtyp
-Typ "festkochend": springen beim kochen nicht auf, bleiben fest, feinkörnig und feucht. Sind besonders für Salate, Salz-,Pell-oder Bratkartoffeln geeignet.
-Typ "vorwiegend fest": springt beim kochen nur leicht auf, ist mäßig feucht und deshalb für die Herstellung von Rösti ebenso geeignet wie für Salz- und Pell- oder Grillkartoffeln sowie für Gerichte mit Soßen und Dips.
-Typ "mehligkochend": grobkörnig, trockene Struktur, besonders für Eintöpfe, Suppen, Kartoffelpüree, Reibekuchen, Klöße und Kroketten geeignet.
Tipps zu Einkauf und Lagerung
-Probieren Sie einige Kartoffelsorten mit unterschiedlichen Kochtyp aus, bevor sie die Kartoffeln in größeren Mengen einkaufen.
-Kaufen Sie verschieden Kochtypen gezielt nach Verwendungszweck.
-Die ersten Frühkartoffeln sollten möglichst in kleinen Gebinden immer frisch gekauft werden, da sie ihre guten Speiseeigenschaften schnell verlieren.
-Kartoffeln zum Einkellern sollen gesund, unbeschädigt, gut sortiert, trocken und sauber sein.
-Kartoffeln nie in Folienverpackungen lagern.
-Gute Lagerräume müssen kühl, frostfrei, trocken und dunkel sein. Die günstigste Lagertemperatur liegt bei 4 bis 8 Grad Celsius. Einkellerungskartoffeln sollten abgedeckt und nicht unnötig bewegt werden, um Keimbildung und Grünfärbung zu vermeiden.
-Kartoffeln nicht zusammen mit Äpfeln lagern, denn Äpfel sondern ein Reifegas ab, das die Kartoffeln schrumpeln lässt.
Quelle: Landwirtschaftskammer Nordrhein.Westfalen